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17/10: Glauben Sie an Gott?

Hessische Gottheit mit 3 Buchstaben? - Jot!

Heute saß ich im Bus. (Wie jeden Tag, wenn ich zur Arbeit muss.) Da sitze ich, und lese, in einem Selbsthilfegruppenbus. Also ein normaler Bus, in dem im hinteren Teil die Sitze im Kreis angeordnet sind, und alle in die Mitte schauen. Da setzt sich, kurz vor Blankenese, ein Mann mit 'nem Bart um das Kinn, und langer Stirn in diesen Kreis. Vor mir eine junge Dame, hinten ein älterer Herr, daneben ein Kiffer, und ich mit dem Rücken gegen die Fahrtrichtung. Neben mir, auch nach hinten schauend, eine Großtante mit Kinde. (Ich will nicht Oma zu ihr sagen, weil so alt ist sie nicht.)

Da fängt der Bart an: "Entschuldigen Sie, das ich Sie so anspreche. Aber glauben Sie an Gott?" Die Dame ist sichtlich überrascht ob dieser Frage. Sie geht aber nicht drauf ein, zieht den Telefonjoker, und simuliert einen eingehenden Anruf. Die Runde dreht sich nach hinten weiter, und alle blocken ihn nur ab, wesentlich unkreativer. Die Dame rechts neben mir, am anderen Fenster, erklärt ihm freundlich, aber bestimmt, das sie katholisch sind, und keinen anderen Gott neben dem weißhaarigen alten Mann haben will. Er ist auch nicht in einer Sekte, außer seiner eigenen mit einem Mitglied, aber möchte die Menschen wieder zu Gott bringen.

Trotz dessen, das ich gerade lese (zum Schutz vor solchen wie ihm) spricht er mich an. "Glauben sie denn an die Bibel?" Ich entgegne, das ich andere Bücher bevorzuge, und zeige ihm mein aktuelles Buch "Namenlos." Da kommt er mir mit dem Buch irgendwas, in dem die Namen derer verzeichnet sind, die in den Himmel zu Joschua und seinem Vater kommen. Wer nicht drinsteht, kommt nicht an Mohammed, dem Türsteher, vorbei.

Ich bin nun aber CallCenterClown und kann nicht anders, als ihn mal erzählen lassen. (erste Deeskalationsmaßnahme) Zwischendurch ein paar Zuhörlaute, aber zum Glück ist die Endstation nahe, und ich habe gelernt, das ich Samstags und Sonntag morgens nicht das Vierte sehen sollte, da ich da mit noch mehr "christlichen" Spam zugeschüttet werde. So lernt man doch etwas aus allem.

Verabschiedet hat er mich mit Shalom, worauf ich ihm mit dem Lächeln des Dalai-Lamas erlegt habe.

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